So funktioniert die Wohnungssuche
Was auf dem Berliner Wohnungsmarkt wirklich passiert, was der Service für Sie übernimmt und was nur Sie selbst tun können.
Die Ausgangslage
Es gibt deutlich mehr Suchende als Wohnungen. Auf ein Angebot einer städtischen Gesellschaft kommen oft mehrere hundert Bewerbungen, und die meisten davon gehen in den ersten Stunden ein.
Deshalb entscheidet selten, wer die schönste Bewerbung schreibt. Es entscheidet, wer früh dran war und wer die formalen Kriterien erfüllt: Einkommen, Haushaltsgröße, WBS.
Der Weg vom Angebot zum Schlüssel
- Angebot erscheint auf der Website der Gesellschaft.
- Bewerbung — ein Formular mit Ihren Daten wird abgeschickt.
- Bestätigung per E-Mail (Double-Opt-In). Ohne Klick auf diesen Link zählt die Bewerbung bei vielen Gesellschaften nicht.
- Warten. Eine Absage kommt oft gar nicht — Schweigen ist die häufigste Antwort und kein Fehler.
- Einladung zur Besichtigung, häufig als Sammeltermin mit vielen Interessenten gleichzeitig.
- Selbstauskunft und Unterlagen — erst jetzt werden Nachweise verlangt, nicht schon bei der Bewerbung.
- Zusage, Mietvertrag, Übergabe samt Kaution und Wohnungsgeberbestätigung für die Anmeldung.
Unterlagen, die bereitliegen sollten
Wer sie erst nach der Einladung besorgt, verliert die Wohnung an jemanden, der sie schon hatte.
- SCHUFA-BonitätsAuskunft (die Variante für Vermieter)
- Einkommensnachweise — in der Regel die letzten drei Gehaltsabrechnungen
- Ausweis oder Reisepass
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters
- WBS, falls vorhanden
WBS — der Wohnberechtigungsschein
Ein großer Teil der günstigen Wohnungen ist gefördert und nur mit WBS zu bekommen. Den Schein stellt das Bezirksamt aus, wenn Ihr Einkommen unter einer Grenze liegt; in Berlin gibt es die Stufen 100, 140, 160 und 180.
Brandenburg hat eigene Regeln und einen eigenen WBS — ein Berliner Schein gilt dort nicht. Deshalb werden beide im Profil getrennt erfasst.
Was die Miete wirklich kostet
Als Faustregel verlangen Vermieter ein Nettoeinkommen von etwa dem Dreifachen der Kaltmiete.
- Kaltmiete — die Zahl aus dem Angebot, ohne Nebenkosten.
- Nebenkosten — Heizung, Wasser, Müll, Hausmeister.
- Warmmiete — was tatsächlich abgebucht wird.
- Kaution — bis zu drei Kaltmieten (§ 551 BGB).
- Genossenschaftsanteile — bei Genossenschaften zusätzlich, oft vierstellig, aber rückzahlbar beim Auszug.
Was der Service für Sie übernimmt
Abgedeckt sind Berlin mit allen zwölf Bezirken und in Brandenburg diese Unternehmen: WOBRA, GuWo Guben, WBG Brandenburg, WOWI Frankfurt (Oder), WOBAG Schwedt, WoGe Finsterwalde. Das ist die Liste der funktionierenden Bewerbungsformulare, nicht die Liste der Städte, in die man ziehen kann.
Gesellschaften, bei denen die Bewerbung technisch nicht sauber durchläuft (Captcha, Pflichtregistrierung), zeigen wir gar nicht erst als verfügbar an.
- Beobachtet die Angebote der Gesellschaften rund um die Uhr, auch nachts und am Wochenende.
- Füllt das Formular mit Ihren Profildaten aus und schickt die Bewerbung in Ihrem Namen ab.
- Klickt die Bestätigungslinks aus den E-Mails — ohne sie wäre die Bewerbung wertlos.
- Legt den Zugang zum Portal einer Gesellschaft an, wo er Voraussetzung ist (etwa bei der HOWOGE).
- Beantwortet die Fragebögen, die manche Gesellschaften per E-Mail nachschicken.
- Ob ein Angebot einen WBS verlangt, ist dem Text des Angebots oft nicht zu entnehmen. Steht es nicht lesbar darin, wird die Bewerbung abgeschickt und über die Eignung entscheidet das Unternehmen.
- Ist ein Angebot als gefördert gekennzeichnet, die verlangte WBS-Stufe aber nicht lesbar, bewirbt sich der Dienst nicht blind.
- Sammelt die gesamte Korrespondenz unter «Nachrichten» und meldet Einladungen zur Besichtigung.
Was der Service nicht tut
Diese Liste ist genauso wichtig wie die vorige.
- Er garantiert keine Wohnung. Das kann niemand.
- Er geht nicht zur Besichtigung und unterschreibt keinen Mietvertrag.
- Er bucht keinen Besichtigungstermin für Sie — die Einladung kommt zu Ihnen, den Termin wählen Sie selbst.
- Er verschickt keine SCHUFA und keine Gehaltsabrechnungen; die verlangt die Gesellschaft später direkt von Ihnen.
- Er umgeht keine Captchas und bricht in kein Portal ein.
- Er erfindet keine Angaben. Was nicht im Profil steht, kann im Formular nicht stehen.
Was von Ihnen abhängt
Hier liegt der größte Hebel — größer als alles, was Technik leisten kann.
- Vollständiges, ehrliches Profil. Fehlt das Einkommen, wird die Bewerbung aussortiert.
- Kein zu enger Filter. Eine Preisgrenze weit unter dem Markt oder nur ein einziger Bezirk lassen fast nichts übrig — im Status sehen Sie, woran die Angebote scheitern.
- Schnelle Reaktion. Auf eine Einladung antworten Sie am besten am selben Tag; Plätze bei Besichtigungen sind begrenzt.
- Unterlagen bereit und zur Besichtigung mitgebracht.
Wie lange das dauert
Rechnen Sie in Wochen und Monaten, nicht in Tagen. Wochen ohne Antwort sind normal und bedeuten nicht, dass etwas kaputt ist.
Unter «Status» sehen Sie jederzeit, wie viele Bewerbungen abgeschickt und bestätigt wurden und warum Angebote aussortiert wurden. Kommt wirklich einmal nichts durch, meldet sich der Support von selbst.